Freitag, 29. Mai 2009

VfL-Zeugnis Teil 3: Trainer, Manager und Vorstand

Im letzten Teil unserer Zeugnisvergabe schauen wir den "Machern" auf die Finger:

Werner Altegoer: Er besetzt das höchste Amt im Verein, doch mal ehrlich: Was kennen wir von Werner Altegoer? Schon zu Wüst-Zeiten bin ich mit Papa ins Stadion gepilgert und obwohl ich nicht viel Ahnung hatte, war mir eines klar. Wenn es mal nicht so läuft, dann geht der Ottokar in der Halbzeit in die Kabine und schwingt eine seiner legendären Reden an die Mannschaft, welche Ehre es ist für den VfL zu spielen. Werner Altegoer kenne ich nur, als den Mann ohne Lächeln. Tim Thaler in XXL. Ein Mann in seiner Position sollte voran gehen, die Fans und Menschen denen der VfL wichtig ist, überzeugen, motivieren etc. Gerade in einer Phase wie in der letzten Saison muß man die Massen mobilisieren. Aber Altegoer hat es geschafft geschätzte 75% der Menschen gegen sich zu positionieren. Kein Wunder, wenn man nur die Tür aufmacht um die Kundschaft zu kritisieren, wenn Sie „Trainer Raus“ ruft. So geht das nicht. Das wäre so, als wenn Angela Merkel nur im Fernsehen auftaucht, um besorgte Arbeiter zu kritisieren, die streiken. Von einem Vorstandsvorsitzenden erwarte ich positives Denken, Mobiliserung und Überzeugung der Basis und Visionen, wie es mit dem Verein weitergeht. Alles das, kann ich nicht mehr erkennen. Auch wenn seine Verdienste für den VfL unumstritten sind, modern ist das nicht.

Marcel Koller: Ach ja. Auch wieder so ein Fall. Man kann das Glas halbvoll oder halbleer sehen. Dreimal den Klassenerhalt geschafft, aber auch dreimal nacheinander immer schlechter platziert. Was mir auffällt: Marcel Koller lernt immer erst dann, wenn es fast zu spät ist. Zumindest sportlich – wie z.B. bei Sestak oder Fernandes. Er hat ja nun zugegeben, an seinem Image was machen zu wollen. Da bin ich mal gespannt. Hoffentlich auch etwas mehr Esprit bei den Pressekonferenzen. Ich wünsche mir, das jemand mal alle PK`s der letzten Saison zusammenschneidet und ihm vorspielt. Ich glaube nach 20 Minuten würde auch Marcel Koller schnarchen. Wir brauchen sicher keinen Kasper a la Neururer, aber mal ein bisschen mehr Schwung im Hintern! Neben der Spielweise muss sich Marcel Koller aber auch ankreiden lassen: Wieso gibt es soviele Verletzte? Liegt das am Training, an der Pflege danach? Und wieso gibt es keine Fortschritte bei den Torhütern? Ist Greiber der richtige Torwarttrainer? Inwiefern überprüft Marcel Koller seine Assistenten? Und ganz wichtig: Welche Vereinspolitik betreibt Marcel Koller bei der Nachwuchsarbeit? Ich sehe außer Mavraj und Fabian, die ja schon etwas länger dabei sind, keine Perspektiven. Die halbe A-Jugend spielt in Nürnberg und der Rest ist wieder zu Hause ( Sand, Rathgeber etc.). Wenn Marcel Koller an diesen Dingen arbeitet, wird sein Standing sicherlich auch in Bochum besser und die sportlichen Ergebnisse auch.

Thomas Ernst: Einst als Kult-Torwart, der mit dem Fahrrad zum Training kam, vergöttert, will er nun die seriöse Schiene fahren. Sein Einstand jedoch war mehr als spärlich. Natürlich ist es schwer aus dem Schatten eines Stefan Kuntz zu treten. Zumindest was das Erscheinungsbild nach Außen angeht. Kuntz der Strahlemann allerorts, egal ob im ZDF-Frühstücksfernsehen oder sonst wo. Unter Ernst werden kleinere Brötchen gebacken. An den Transfers der letzten Saison hatte er nichts zu schaffen. Außer an Klimowicz, den man als guten Einkauf zur damaligen Situation verbuchen kann. Nur was kommt jetzt? Die halbe Liga grast schon den Markt ab, bei uns herrscht Ruhe. Thomas Ernst hat sich leider zu Beginn viel Kredit beim Publikum verspielt. So Äußerungen wie „Die Fans verstehen uns nicht, dann müssen wir sie auch nicht verstehen“ sind böse Stolpersteine Herr Ernst. So spricht man nicht mit zahlenden Kunden. Weder beim ALDI noch beim VfL. Und um den Fans die kommende Saison schmackhaft zu machen, benötigt es auch andere stilistische Mittel wie Aussagen, das der VfL wieder um die besten Plätze im untereren Drittel spielt. Das kann man genau so anders formulieren, wie die Statements auf mögliche Verkäufe von Yahia und Co. Liest man diese mal nach, kommen in jedem die Worte „wir sind doch nicht bescheuert“ usw. vor. Solche Phrasen kennen wir von früher auch noch, bis sie dann nassgeschwitzt verkündeten, einen guten Deal getätigt zu haben. Die nächsten Wochen werden endlich zeigen, wie man „Gustl`s“ Arbeit letztendlich bewerten kann: Schafft er es wichtige Spieler zu halten, die Ladenhüter loszuwerden und trotz schmalem Geldbeutel sinnvoll den Kader zu ergänzen? Wir werden sehen!

1 Kommentar:

platzwart hat gesagt…

Die Bewertung ist mir zu "soft". Altegoer hat seinen Zenit schon seit Jahren überschritten, Ernst ist eine absolute Fehlbesetzung und Koller passt einfach nicht zu unserer Mentalität. Da kann er noch so viel "üben".
Ein Triumvirat der absoluten Mittelmäßigkeit.
Mir schwant Übles für die kommende Saison...