Freitag, 12. Juni 2009

Es war einmal beim VfL Bochum ... • Anekdoten aus der guten alten Zeit! TEIL 1

Wir nutzen die Sommerpause für ein „Revival“ und schauen zurück in die 70ger und 80ger Jahre! Dazu veröffentlichen wir eine Interview-Story aus dem „Fantastic Nr.9“, dem damaligen Fanzine der Fantastic-Supporters, erschienen im Jahre 1996. Heute der erste Teil, weitere folgen in den nächsten Tagen!

Anekdoten aus der guten alten Zeit. Man hört sie immer wieder gern. Wer schon mal die wenigen, aber dennoch vorhandenen VfL-Bücher durchschaut, fühlt sich noch an diese Zeit erinnert und fragt sich immer wieder : Was war wohl damals anders beim VfL und war der Fußball wirklich schöner als heute? Wir gingen dieser Frage nach und trafen uns mit jemandem, der schon damals mit dem VfL „On tour“ war. Sein Name: Stephan Oestreicher und seits einer Jugend VfL-Fan.

Wir treffen uns im „Haus Frein“, dem Vereinslokal des VfL. Stephan bringt einen Stapel Bücher mit und ich komme sofort ins Staunen. Die habe ich ja noch nie gesehen …! Er kam durch Zufall zum VfL. Seine Straßenbahn Nummer 17, mit der er nach Hause fuhr, kam immer am Ruhrstadion, das damals noch „Stadion an der Castroper Straße“ hieß, vorbei. Und jedes Mal, wenn die TV-Kameras vor den Spielen aufgebaut wurden, faszinierte ihn der Fußball aufs Neue, so dass er irgendwann einfach ausstieg und hinging. Seitdem hat auch ihn die „Sucht VfL“ befallen. Dieses jene erste Mal war 1965, ein Testspiel gegen den Meidericher SV. Der VfL faszinierte ihn immer mehr und seit 1968, in jenem Jahr als der VfL zum ersten Mal das Pokalfinale erreicht, fährt er auswärts fast überall hin. „Die einfachste Möglichkeit“, so erzählt Stefan, „früher zu Auswärtsspielen zu kommen, war der VFL-Express.“ Dies war ein Zug, der regelmäßig die Fans zu Auswärtsspielen brachte. Dieser fuhr entweder am alten Bahnhof Langendreer oder am HBF los. Wie war eigentlich die Reiselust der VfL-Fans damals, wollten wir wissen: „Also damals in der Regionalliga, waren die Gegner auch in der näheren Umgebung zu finden. Beispielsweise bei Spielen gegen Essen, Oberhausen oder Wuppertal war die Bude immer voll und dann waren auch viele VfL-Fans mitgereist. Aber damals war das Auswärtsfahren auch ein heißeres Pflaster wie heute. Ganz besonders gegen RW Essen war es immer gefährlich. Und damals gab es auch kaum Polizei im und um das Stadion. Viele fuhren daher ganz neutral zum Stadion und packten erst im Stadion ihre Mütze oder Schals aus.“ Apropos Schals, Fan-Utensilien wie wir sie heute kennen, gab es damals überhaupt nicht. Stephan erzählt, das ihm seine Oma den ersten VfL-Schal gestrickt hatte. Wichtigstes Utensil damals waren die riesengroßen Fahnen, die man heute auch wieder vorfindet. Diese Riesenfahnen wurden erst im Stadion durch mehrere Stangen zusammengeschraubt. Die sogenannten „Kutten“ kamen Anfang der 1970ger Jahre so richtig in Mode, als es „in“ war, in einem Fan-Club zu sein. Die Bochumer Jungen spielten da eine Vorreiterrolle. Sie waren der erste offiziell gegründete Fußball Fan-Club in Deutschland.

Lest in unserem zweiten Teil „Es war einmal beim VfL – Anekdoten aus der guten alten Zeit“ über Ausschreitungen in den Derbys, über einen unvergessenen Platzsturm und vieles mehr!
Foto: Diese Postkarte erstellten die Fantastic-Supporters 1995 in Zusammenarbeit mit der Vereinigung von Stadioin-Postkartensammlern und lag einer der Fantastic Ausgaben kostenlos bei!

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