Freitag, 19. Juni 2009

Es war einmal beim VfL Bochum • Anekdoten aus der guten alten Zeit! TEIL 3

Und zum letzten Mal werfen wir zusammen mit Stephan Oestreicher einen Blick zurück in die Vergangenheit des VfL Bochum!

Im ersten Bundesliga Jahr fuhr Stephan auch zum Auswärtsspiel nach München. Überhaupt München, hier kann er sich noch an viele Dinge erinnern, wo mir zum Teil die Spucke wegblieb: „Im ersten Bundesligajahr war es so, daß beim Spiel an der Grünwalderstraße unheimliche viele 60ger-Fans Anhänger in der VfL Kurve standen. Jeder kann sich bestimmt an die Szene erinnern, in der Sepp Meier im Strafraum einer Taube hinterherspringt. Aber kaum einer weiß, das das in einem Spiel der Bayern gegen Bochum war. Der VfL war damals so schwach, das er kaum über die Mittellinie kam, so daß Sepp Meier kaum was zu halten hatte. Überhaupt war es damals so, das bei Spielen des VfL gegen den FC Bayern relativ wenige Bayern Fans im Stadion waren. Das war früher ohnehin nicht so, das der FCB seine Fans in ganz Deutschland hatte. Und die Fans, die da waren, waren alles „echte Münchner“ aus München oder dem näheren Umkreis.

Und dann gab es da noch ein Spiel gegen die Bayern, vom dem sie heute noch erzählen: Dem Jahrhundertspiel, wie die Bochumer es heute noch nennen: Bochum gegen Bayern, am 18. September 1976. Nur 18.000 Zuschauer passten damals ins Ruhrstadion, welches sich noch im Umbau befand, aber auch Stephan war dabei. „An diesem sonnigen Nachmittag führte der VfL bis zur 53. Minute mit 4:0, was eigentlich unglaublich war. Der in den Medien als „Kloppertruppe“ verschriene VfL führte den großen FC Bayern mit Beckenbauer, Meier und Schwarzenbeck regelrecht vor. Doch nachdem das 4:1 und 4:2 gefallen war, wußte irgendwie jeder im Stadion, daß das Spiel noch nicht gewonnen war. Und so war es auch. Plötzlich stand es 5:4 für Bayern, der VfL glich nochmal aus und in der Schlußminute erzielte Hoeneß das 6:5 für den FCB. Was ich noch in Erinnerung habe“, so Stefan „das es nach dem Ende des Spiels keine Pfiffe gab. Es herrschte eine Totenstille im Stadion.“
Und zum Schluß bringen wir noch in Erfahrung, das es sogar eine Art Vorreiter der BO-City, also den Bochumer Hooligans, gegeben haben soll. Diese nannten sich „Blue White Punk“. Bei einem Spiel in Frankfurt, erzählt Stephan, kam es zu Prügeleien auf dem Parkplatz wo die Busse standen. Abschließend stellt Stephan fest, daß der Fußball damals einen anderen Erlebniswert hatte. Früher gab es kaum Vfl-Spiele im Fernsehen zu sehen. Die Sportschau zeigte damals nur drei Spiele am Abend und das da mal ein Bochum-Spiel dabei war, war äußerst selten. So war es einfach was ganz besonderes ins Stadion zu gehen oder auswärts zu fahren.
Seine Highlights erzählt er uns abschließend, waren natürlich das Pokalfinale 1968, wo damals 10.-15.000 Bochumer in Ludwigshafen waren, das Finale 1988 in Berlin und auch das erste Flutlichtspiel 1972 gegen M`gladbach was mit 3:0 gewonnen wurde. Siechtlich beeindruckt verabschieden wir uns, und ich selbst stelle fest, das ich wohl unheimlich viel verpasst habe.

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