Montag, 15. Juni 2009

Es war einmal beim VfL Bochum...! • Anekdoten aus der guten alten Zeit. TEIL 2

Heute geht es weiter mit unserem zweiten Teil der VfL-Anekdoten. Natürlich wollten wir auch wissen, ob die „Revier-Derbys“ damals auch so emotionsgeladen waren, wie heute. „Natürlich“, sagt Stephan und blättert sofort wieder in einem seiner dicken Bücher, „bloß damals war alles viel gefährlicher“. Einen Blockzwang, so wie heute, gab es im damaligen Ruhrstadion gar nicht. So kam es auch vor, das sich Schalker oder Dortmunde reinfach in die Ostkurve stellten. Man sagt ja heute, das Hools ihre Gegner ja nur unter Gleichgesinnten suchen. Das war damals nicht so. Ich kann mich zum Beispiel an ein Auswärtsspiel in der Glück-Auf-Kampfbahn erinnern. Das war im ersten Bundesliga-Jahr, da stürmten die Schalker einfach den Bereich, wo die Bochumer standen. Einen Block der gegnerischen Fans zu stürmen, war damals kein seltenes Bild.“

Unvergessen bleiben die Zeiten, bevor der VfL in die Bundesliga aufstieg. In der Saison 1968/69 zum Beispiel schaffte der VfL den Sprung in die Aufstiegsrunde (es qualifizierten sich immer nur die ersten zwei Teams) nur durch das schlechtere Torverhältnis nicht. Ein Jahr später wurder der VfL sogar Erster, doch in der Aufstiegsrunde wollte es dann wieder nicht klappen. Stefan Oestreicher erinnert sich: „Damals gab es ein Spiel in der Aufstiegsrunde bei Kickers Offenbach und ich kann mich noch gut daran erinnern, das viele Frankfurter Fans bei uns in der Kurve standen, da schon damals seit Jahrzehnten diese Rivalität zwischen Frankfurt und Offenbach bestand.“

Ein Jahr später war es dann soweit: Der VfL schaffte den Sprung in die Bundesliga. Aber wie! Eigentlich war der VfL schon abgeschlagen und Wuppertal und Düsseldorf weit weg. Doch beide ließen zum Schluß viele Punkte und dann gab es ein unglaubliches Ende der Saison: Der VfL mußte unbedingt gegen Fortuna Köln gewinnen. Damals kamen kaum Fans aus Köln mit, dafür waren viele Wuppertaler im Ruhrstadion, die Tags zuvor nur 2:2 gespielt hatten und auf Schützenhilfe durch die Fortuna angewiesen waren. Es stand schon 2:0 für Köln, als der VfL den Anschlußtreffer markierte. Erwin Steden, der damals Stadionsprecher war, mobilisierte die Massen und peitschte die Mannschaft immer wieder nach vorne, in dem er den Zwischenstand vom anderen entscheidenen Spiel Düsseldorf gegen Erkenschwick (0:0) im Stadion durchsagte. Was heute Gang und Gebe ist, war damals verboten und der VfL kassierte damals nacher sogar eine Abmahnung wegen unsportlichem Verhalten vom DFB. Auf jeden Fall glich der Vfl zum 2:2 aus und ungelogen in der 93. Minute schoß der VfL den Siegtreffer. „Das war das erste Mal, das ich mit den Platz gestürmt habe.“, erinnert sich Stephan. Der VfL war somit wieder für die Aufstiegsrunde qualifiziert und mußte gegen den Karlruher SC antreten. Stephan wunderte sich, als er damals nach kalruhe ins Stadion kam. „Im Stadion war noch alles voller Becher und Papier.“ Der Grund war folgender: Einen Tag zuvor spielte die Nationalmannschaft und einen Tag später der VfL. Beide Male waren 43.000 Zuschauer da und der VfL gewann 2:1. Die Aufstiegsrunde absolvierte der VfL somit souverän und war somit erstklassig!

Und im dritten Teil lest ihr vom Jahrhundert-Spiel des VfL, von fliegenden Tauben und den den ersten Hooligans beim VfL!

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