Samstag, 19. September 2009

Bochum baumelt am moralischen Abgrund - Ein Verein steht vor dem Supergau!

1982 war ich als 10jähriger Bub das erste Mal im Ruhrstadion. Gegen Eintracht Frankfurt, mit einem 4:1 Sieg. Und ich fing einen VfL-Plastikball, der in der Pause ins Publikum geschossen wurde. Ich war stolz wie "Oskar" und bin seitdem immer mit dem VfL verbunden geblieben. 27 Jahre später gleicht mein Verein einem Scherbenhaufen. Auch wenn der VfL noch in der 1. Liga spielt, gab es keine schlimmere Zeit. Das Umfeld VfL Bochum ist so vergiftet, es wird Jahre brauchen um diesen Verein auf einen Kurs zu bringen, der im als auch außerhalb des Vereins wieder für ein neues Ansehen, eine neue Anerkennung und ein neues Image bringt. Schuld an diesem Disaster sind alle. Die Verantwortlichen, die Mannschaft, der Trainer, aber auch die Fans. Wir alle sind in einen Kreislauf geraten, der auf Hass, Schadenfreude, Trauer und Gleichgültigkeit beruht. Die Verantwortlichen im Verein sind schuld, weil sie die Dinge die da vor sich gehen, immer ignoriert haben und immer mehr Schaden dem Verein zugeführt haben. Die Fans sind mit mir ihrer fast schon "überfeinfüligen Kritik" zu einem Pulverfass geworden. Damit meine ich nicht die Reaktionen von heute. Aber der Verein hat sich dieses Publikum durch ihr Handeln bzw. Nicht-Handeln seit Jahren selbst herangezüchtet. Der Verein braucht, weil er schon immer ein schmales Budget hat, Leute im Umfeld und auf dem Platz, die mit Herz und Liebe dabei sind, Verantwortliche, die ein Gespür haben wie man mit wenig Einsatz möglichst viel herausbekommt. Und damit meine ich nicht den "immer wieder angespriesenen Klassenerhalt". Früher wurde mit noch weniger Mitteln viel mehr erreicht. Und das richtet sich auch nicht gegen den Tabellenplatz. Ja die Konkurrenz hat größere Möglichkeiten. Aber wenn man erst mal intern seine Hausaufgaben macht, ist das Publikum auch zufrieden. Dem Verein kann man vorwerfen, Symphatieträger vergrault zu haben (Kuntz, Zdebel usw.), keine neue Identifikationsfiguren aus den eigenen Reihen geschaffen zu haben ( mangelnde Jugendarbeit, kein Nachrücken aus dem Nachwuchs) und nicht offen für andere Wege gewesen zu sein. Aber: Der Verein sind wir, die Fans, die Stadt und nicht nur einige Entscheidungsträger. Was will man mit diesem Kurs erreichen: 16.000 (!) Zuschauer, das gab es mal 1992 gegen Bayer 05 Uerdingen. Mit diesem Image, welches sich der VfL gerade aufbaut, wird es in ein paar Jahren nicht mal mehr für Aldi, Netto oder TEDI auf der Brust reichen. Der VfL wird kaputt gemacht, ruiniert und um seine wichtigste Existenz gebracht - seinen eins exzellenten Ruf! Man kann natürlich immer mit dem Klassenerhalt zufrieden sein, aber das ist so, als wenn ich als Arbeitnehmer immer mit dem Job den ich mache zufrieden bin und ein Leben lang auf der Stelle trete. Damit bin ich nicht zufrieden, damit wird meine Familie nicht zufrieden sein. Genau geht es dem VfL: Das Umfeld, die Fans und die Stadt sind mit diesem Stillstand nicht mehr zufrieden. Sie opportunieren, denn Stillstand ist Rückschritt! Fussball ist Leidenschaft, Unterhaltung, Tränen und Freude, Sieg und Niederlage. All das ist in Bochum im Jahre 2009, 27 Jahre nachdem ich einen Ball gefangen habe, verloren gegangen. Stehe auf VfL, und zeig dein richtiges Gesicht!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich muss dir da vollkommen Recht geben! Der größte Fehler war es Kuntz gehen zu lassen!
Der war für mich einer mit Herz!
Tcha wir werden alle sehen was uns die Zukunft bringt jedoch hab ich momentan nur noch Trauer in mir!Wir dürfen einfach nicht zerbrechen!