Freitag, 18. September 2009

Bochum vor dem Spiel gegen Mainz: Apocalypse Now oder was?

Die Stimmung hat ihren Tiefpunkt erreicht. Nicht erst seit Samstag! Dem ersten Schock und der Verletzung von Philipp Heerwagen folgte gestern der nächste: Stanislav Sestak erlitt im Training einen Bruch der Mittelhand und wird heute operiert. Er fällt rund vier Wochen aus. Und schon haben wir den Fall Exitus: Die vom Vorstand und Trainer zuvor als gut und ausreichend befundenen Stürmer, gehen aus bzw. treffen nicht. Sestak verletzt, Klimowicz mit seit Wochen andauernden Rückenproblemen, Dedic hat noch gar keine Bindung zum Spiel gefunden und Hashemian trifft alle gefühlten Halbjahre einmal. Nun kommen also die Mainzer, an die der VfL gar keine guten Erinnerungen hat. Da war nämlich mal ein Spiel unter Peter Neururer, welches auch sein letztes war, das den VfL mit 2:6 im heimischen Stadion abservierte. Auch dieses Spiel wurde damals als wegweisend angepriesen. Nach der Niederlage nahm „Peter der Große“ seinen Hut.
Die nächsten Spiele werden von enormer Bedeutung sein: Mainz, Schalke im Pokal und Nürnberg. In den Bundesliga-Spielen müssen mindestens vier Punkte her. Im Pokal weiter zu kommen muss für den Verein schon der letzte Strohalm sein, die unzufriedene Fangemeinde und mittlerweile auch ein Großteil der Presse wieder für sich zu gewinnen. Denn selbst die Treuesten der Treuen verlieren immer mehr den Glauben an den VfL. Gleichgültigkeit statt Trauer. Bei einer Niederlage gegen Mainz droht die sich seit Jahren haltene Seifenblase zu platzen, mit der sich der Verein, trotz Kritik von einigen Seiten, immer wieder wehrte und so eben den rettenden Anker erreichte. Es kommt so vor als säßen die Verantwortlichen in einem Boot, jeder mit einem Paddel in der Hand, die versuchen gegen einen ewig langen reißenden Strom anzukommen. Auf Dauer wird das nicht gehen. Es muß was passieren! Entweder die Mannschaft reisst das Ruder rum und schafft es endlich dauerhaft an ihre Leistungsgrenzen zu gehen oder aber ein Wechsel in den leitenden Positionen muss eine neue Trendwende einläuten. Hier wird der Trainerstuhl wohl am ehesten wackeln. In Bochum wird seit Jahrzehnten jeder für ehrliche Arbeit gewürdigt und anerkannt. Aber diese wird beim VfL schon seit Jahren nicht mehr praktiziert. Da reissen auch mal zwei Top-Highlights in einer Saison nichts mehr. Niederlagen sind und waren beim VfL nie eine Seltenheit, sogar eher Gewohnheit. Aber auf das Wie kommt es an. Nur am Samstag reicht auch wohl eine aufopfernde Niederlage nichts mehr: Nur ein Sieg bewahrt den Verein vor der Apocalypse Now!
Foto: Die Stadionwurst ist zur Zeit der sinnvollste Grund zum VfL zu gehen ...
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