Samstag, 12. Dezember 2009

VfL Bochum - FC Bayern 1:5: Große Fresse und sonst nix!

Für jeden Fußballer ist es einmal das Größte gegen den „übermachtigen“ FC Bayern München zu spielen. Egal ob ein Amateurverein das Traumlos Bayern in der 1. Pokalrunde zugelost bekommt oder wenn es für einen Bundesligist um Punkte geht. In ganz Deutschland ist jeder Spieler bis in die Haarspitzen motiviert und wehrt sich 90 Minuten lang mit seiner ganzen Fußballer-Seele. Einigen gelingt es – und sie ringen die großen Bayern zu Boden. Es gibt auch viele, die müssen sich der spielerischen Fußballmacht geschlagen geben. Aber sie sitzen in der Kabine, schauen auf ihre geschundenen Körper und sagen sich – scheiß egal, Hauptsache wir haben mit allem was wir haben dagegenzuhalten.
In Bochum ist alles anders. Hier stehen elf hochbezahlte Fußball-Profis auf dem Platz, für die es woanders wahrscheinlich nicht mal mehr zum Stammplatz in der 2. Liga reichen würde, die von sich glauben, Niederlagen passieren nur wenn man Pech hat, oder die anderen mehr Glück. Diese sogenannten „echten Bochumer“, die das blau-weiße Trikot tragen, welches schon Männer wie Hermann Gerland, Michael Lameck, Lothar Woelk, Stefan Kuntz, Klaus Fischer, Jupp Tenhagen und Dariusz Woscz mit Stolz verteidigt haben, hauen lieber die Woche über Sprüche raus, in denen sie ihre großspurigen Taten ankündigen. Gegen Bayern konnte man in allen Gazetten lesen, das sie sich dem Fight des Jahres stellen werden, den Bayern ein Bein stellen wollen usw. Ich führe das hier gar nicht mal mehr aus. Zu was die Spieler unseres geliebten VfL Bochum 2010 zu leisten im Stande sind, konnte man heute gegen den deutschen Rekordmeister begutachten: Nämlich zu gar nix! Nach dieser emtionslosen, blutleeren und fußballerisch unvermögenden Leistung, die zu Unrecht nur mit 1:5 ausgegangen ist muß ich sagen: Ich schäme ich! Indiskutabel, unfassbar und peinlich! Bei wirklich jedem, egal ob bei RW Oberhausen oder beim SC Freiburg, kann man bei einem Spiel gegen Bayern erkennen, das sie mit Hingabe und Leidenschaft dabei sind. Nur nicht bei uns! Na klar verliert man auch mal haushoch gegen die Bayern, aber nicht so! So bleibt uns nur noch festzustellen: Große Fresse und nix dahinter! Traurig, traurig. Wie will man mit so einer Einstellung die Klasse halten. Neben den fußballerischen Defiziten, kommt jetzt auch noch so eine Berufsauffassung dazu. Ich möchte endlich mal nach dem Schlusspfiff sagen: „Mann was für ein geiles Heimspiel! Der VfL hat echt den Gegner mit Leidenschaft besiegt!“ Lange, lange ist es her … Vielleicht geht das gegen Gegner, die wirklich auf Augenhöhe sind – aber die kommen erst noch: In Form von Paderborn, Fürth und FSV Frankfurt.

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