Sonntag, 26. Februar 2012

Über den Tellerand geschaut: Poker auf dem Fußballplatz!

Dass viele Fußballprofis auch gern Poker spielen, ist nichts Neues, aber dass der größte Online-Poker-Anbieter der Welt einen deutschen Regionalligisten sponsert eine Sensation. Vor nunmehr drei Monaten gab Branchenprimus PokerStars bekannt, den VfB Lübeck künftig finanziell zu unterstützen und nach Möglichkeit aus der vierten Liga in die Bundesliga zu führen. Ermöglicht wurde dieser Einstieg als Sponsor durch einen Alleingang des Landes Schleswig-Holstein im Bereich der Glücksspielgesetzgebung. Während die anderen 15 Bundesländer Poker im Internet generell und somit auch Poker ohne Download weiterhin verbieten, hat Schleswig-Holstein mit einem neuen Gesetz die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass PokerStars eine Lizenz beantragen und damit ein kontrolliertes Echtgeld-Spielangebot eröffnen kann.

Für Internet-Pokermagazine wie Pokerzeit.com kommt dies einer Sensation gleich, da man noch vor einiger Zeit eine derartige gesetzliche Lockerung für ausgeschlossen hielt. Doch seit November ist es amtlich – die Lübecker Regionalligisten spielen seitdem im „PokerStars Stadion an der Lohmühle“, und das bis mindestens 30. Juni 2013, wobei der Online-Anbieter die Option besitzt, den Vertrag um weitere drei Jahre zu verlängern.

Für PokerStars war die Tatsache, dass Fußballspieler und -fans gern online Poker spielen, aber nicht der einzige Grund für die bahnbrechende Kooperation. Vielmehr steckt dahinter auch der Wunsch, mit einem ambitionierten Verein eine Erfolgsgeschichte zu schreiben und diesen mit der richtigen Zukunftsstrategie zumindest wieder in den Profifußball zu bringen.

Und die Kombination passt, denn viele bekannte Fußballspieler wie Lothar Matthäus, Sergej Barbarez, Thomas Brdaric oder der Engländer Teddy Sheringham sind ausgewiesene Pokerfans, die schon mehr als einmal an großen Turnieren teilgenommen haben. Die bekannteste Werbefigur von PokerStars aus dem Sport ist allerdings kein Fußballer, sondern der ehemalige Tennisstar Boris Becker, der ebenfalls schon mehrfach die Turnierbühne betrat. Für die Lübecker Fußballer jedenfalls ist klar, dass Rasen und der grüne Filz des Pokerspiels gut zueinander passen. Derzeit stehen sie zwar nur auf Platz 13 der Regionalliga Nord, doch schon in naher Zukunft soll dank Sponsor PokerStars alles besser werden.

Foto: Das Stadion in Lübeck heißt nun PokerStars Stadion an der Lohmühle! (c) by VfB Lübeck

1 Kommentar:

18:48 Marcus hat gesagt…

Die nächste große Luftnummer im deutschen Fußball. Wie lange der Alleingang des Lands beim Glücksspielstaatsvertrag andauern wird, ist mehr als fraglich, zumal in Kürze Landtagswahlen an der Küste sind und die schwarz-gelbe Regierung ihr Ende finden wird. - Und wie viel Geld soll PokerStars wie lange für einen Provinzligisten ausgeben?