Samstag, 5. April 2014

+++ Offener Brief der Ultras Bochum an Peter Neururer! +++

Heute Vormittag erhielten wir eine E-Mail mit der Bitte um Veröfffentlichung. Es ist ein offener Brief der Ultras Bochum an Peter Neururer, der sich im Rahmen einer Fan-Veranstaltung über den Besuch der UB vor dem Aue-Spiel äußerte.
Wir veröffentlichen diesen Brief im originalen Wortlaut und kommen somit der Bitte nach:

Sehr geehrter Herr Neururer,
wir möchten hiermit Stellung zu den durch Sie im Rahmen des gestrigen „Fiege-Fanabend“ getätigten Aussagen über die Bochumer Ultra-Szene nehmen.
Laut einem heute auf dem Internetportal „Westline“ erschienenen Artikel betitelten sie unsere Gruppe aufgrund unserer Ansprache an die Mannschaft vor dem Spiel gegen Erzgebirge Aue als „Vollidioten“.
Sollte der Verfasser, namentlich Philipp Rentsch, diese Aussage nicht frei erfunden haben, sehen wir uns gezwungen, die Hintergründe und tatsächlichen Vorgänge vor dem Mannschaftshotel nochmals zu beleuchten. Wir hätten gerne darauf verzichtet, dachten wir doch, die gesamte Aktion sei unmissverständlich und bedürfe keiner nachträglichen Erklärung.
Lassen Sie uns zunächst die Chronologie der Ereignisse, die letztlich dazu geführt haben, dass wir persönlich mit der Mannschaft sprechen wollten, aufführen.
Zunächst sind hier die vergangenen fünf Saisons zu nennen. Von der Saison 2008/09 an spielte der VfL Bochum mit Ausnahme der Spielzeit 2010/11 stets gegen den Abstieg, wahlweise in die zweite oder dritte Liga. Während des gesamten sportlichen Niedergangs haben wir als Ultras Bochum 1999 nahezu alle Möglichkeiten, auf die jeweilige Mannschaft einzuwirken, ausgeschöpft.
Wir waren nicht nur einmal beim Abschlusstraining, riefen zum Teil sogar alle VfL Fans auf, sich uns anzuschließen, ihre Fahnen, Schals und Sonstiges zum Trainingsplatz mitzubringen, um der Mannschaft gemeinsam mit uns Mut für entscheidende Spiele zu machen.
Wir verteilten außerdem im gesamten Stadtgebiet Flyer und hängten Plakate auf, auf denen wir dafür warben, ins Ruhrstadion zu kommen, um unseren VfL in einer mal wieder schwierigen Phase zu unterstützen.
Auch luden wir einzelne Spieler in unsere Räumlichkeiten ein, um ihnen zu demonstrieren, dass wir hinter ihnen stehen. Dies stellt nur einen Bruchteil dessen dar, was wir versucht haben, um dem Niedergang unseres Vereins entgegenzuwirken. Wir taten all dies ehrenamtlich und wir taten es gerne und aus voller Überzeugung. Wir erwarten dafür keinen Dank und keine Gegenleistung, sondern lediglich, dass man uns mit einem Mindestmaß an Respekt begegnet.
Ob sie all diese Aktionen unsererseits in diesem Zeitraum mitbekommen haben, wissen wir nicht.
Wir wissen aber sehr wohl, dass Sie registriert haben müssen, dass wir nach Ihrer Verpflichtung im vergangenen Frühjahr abermals die letzten Kräfte innerhalb unserer Gruppe und innerhalb der Ostkurve mobilisiert haben, um gemeinsam mit Ihnen das Ruder einmal mehr herumzureißen. Eventuell erinnern Sie sich zum Beispiel daran, dass vor der Abfahrt des Teams zum ersten Auswärtsspiel ihrer zweiten Amtszeit in Bochum bei Energie Cottbus am frühen Samstagmorgen auf dem gegenüberliegenden Gleis einige Personen standen, die der Mannschaft mit dem Spruchband „Zerreißt euch für unseren VfL!“ signalisierten, dass das Umfeld dieses Klubs noch nicht tot ist und dass sich noch jemand für diesen Verein interessiert. Sie quittierten diese Aktion damals mit erhobenem Daumen. Diese Personen auf dem Nachbargleis waren Vertreter unserer Gruppe, die sie nun als „Vollidioten“ bezeichnen.
Auch diese Saison stellte sich nach passablem Start im weiteren Verlauf mal wieder als verkorkst heraus. Wir beobachteten seit einer ganzen Weile, dass die Stimmung innerhalb der Kurve abermals zu kippen drohte. Dennoch riefen wir immer wieder dazu auf, die Mannschaft nicht im Stich zu lassen. Wir haben wie gewohnt weder Kosten noch Mühen gescheut, um dem Team auch zu den absurdesten Auswärtsspielen zu folgen, um vor Ort eine größtmögliche Unterstützung zu organisieren.
Auch nach den heftigsten Auswärtspleiten waren stets wir es, die beim darauffolgenden Spiel, wieder sämtliche Materialien zur optischen und akustischen Unterstützung unseres Teams ins Ruhrstadion schleppten und mittels unseres Kurvenflyers „Blick in die Kurve“ immer – und das meint in diesem Fall tasächlich ausnahmslos vor jedem Spiel – dazu aufriefen, die Mannschaft nicht hängen zu lassen.
Trotzdem bemerkten wir, wie die Bochumer Fanszene zunehmend unruhiger wurde und auch unsere Bemühungen, die Elf auf dem Rasen zu unterstützen auf immer weniger positive Resonanz stießen.
Dies entwickelte sich soweit, dass beim Heimspiel gegen Sandhausen vor zwei Wochen gegen Ende des Spiels erstmals laute „Neururer raus“ Rufe zu vernehmen waren. Selbst bei diesem Spiel sangen wir für unseren Verein fast bis zum Schluss nach Leibeskräften und beteiligten uns nicht am Pfeifkonzert zur Halbzeit oder Ähnlichem.
Doch dann kam das Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt. Es ist fast nicht erwähnenswert, dass wir auch zu diesem Spiel an einem verdammten Dienstag um 17:30 Uhr einen Bus organisierten, um unseren Verein zu begleiten. Vielleicht haben Sie sich irgendwann einmal gefragt, wie es die mitfahrenden Fans jedes Mal aufs Neue hinkriegen, dem VfL hinterher zu reisen. Wir möchten es Ihnen verraten: Ein Großteil nimmt sich extra für die Spiele Urlaub, simuliert beim Arzt einen Magen-Darm-Infekt, um einen Krankenschein abzustauben und setzt somit seinen Arbeitsplatz aufs Spiel, oder schwänzt die Schule, beziehungsweise Uni. Eventuell haben Sie Recht und wir sind doch ziemliche Vollidioten...
Das Spiel gegen erschreckend schwache Ingolstädter ging aufgrund von haarsträubenden individuellen Fehlern in die Hose. Langsam aber sicher kippte auch in unseren Reihen die Stimmung. Doch schon kurz nach dem Spiel rauchten bei uns die Köpfe, wie wir den vorhandenen Frust in konstruktive Bahnen lenken konnten. Wir waren uns schließlich bewusst, dass der Abstieg drohte und wussten, dass wir die Mannschaft nicht sich selbst überlassen konnten. Doch wir wussten auch, dass ein Übergehen zur Tagesordnung den anderen Personen der Bochumer Fanszene schlicht nicht zu verkaufen gewesen wäre.
Also entschieden wir uns dafür, die Mannschaft vor dem Heimspiel gegen Aue am Mannschaftshotel abzupassen, um einige persönliche Worte an sie zu richten.
Es folgt eine kurze Beschreibung der Situation vor dem Mannschaftshotel am Spieltag, da wir uns nicht wirklich sicher sind, ob Sie dieselbe Situation wie wir erlebt haben:
Gegen 10:30 Uhr betraten wir das Gelände des „Ramada“ Hotels, in welchem die Spieler verweilten.
Von Beginn an war die Aktion nicht einmal ansatzweise gewalttätig. Lediglich als einige hinzueilende Ordner die Situation fehlinterpretierten, wurde es ein wenig hektisch, jedoch konnte umgehend für Beruhigung gesorgt werden, sodass wir die Lobby betreten und zunächst mit Frank Heinemann und Christian Hochstätter sprechen konnten, um unser Anliegen vorzutragen. Von ihnen wurde man auf den Abmarsch der Mannschaft zum Stadion eine gute Stunde später verwiesen.
Hiernach verließen wir nach Aufforderung des Hotelbesitzers das Hotel und schließlich auch das dazugehörige Außengelände ohne Widerworte und warteten weiterhin vor dem Hoteleingang. Auch anrückende Polizeikräfte stellten sich nach kurzer Zeit abseits, da offensichtlich war, dass unsere Gruppe keine Randale oder Ähnliches beabsichtigte.
Als die Spieler schließlich das Hotel verließen, stellten wir uns vor ihnen auf und unser Vorsänger hielt eine etwa einminütige Ansprache an das Team. In dieser wurde niemand bedroht, sondern einzig und allein die Gemütslage der Bochumer Fanszene beschrieben, sowie betont, dass wir bei diesem Spiel nochmals die gesamte Ostkurve dazu auffordern werden, sich hinter die Mannschaft zu stellen. Dass in diesem Zuge erwähnt wurde, dass große Teile der Kurve bereits den Kaffee auf haben, kann nicht ernsthaft eine Überraschung gewesen sein.
Danach wurde die Mannschaft mit Applaus und VfL-Rufen in die Kabine verabschiedet.
Wir kündigten das Ganze übrigens bewusst nicht an, da wir einen Überraschungseffekt erzielen wollten und die Ansprache authentisch und nicht vorbereitet auf die Spieler wirken sollte. Uns im Nachhinein vorzuwerfen, wir hätten die Konzentration der Spieler gestört, werten wir angesichts der vorangegangenen Spiele einfach mal als verfrühten Aprilscherz...
Auch waren die anwesenden Fans keine Drohkulisse, sondern ganz einfach die Personen, die die Mannschaft seit mehreren Jahren überallhin begleiten.
Dass die hiesige Presse aus der Aktion im Nachgang einen Skandal machte, obwohl weder Günther Pohl, noch Michael Eckhardt oder auch nur ein einziger anderer Pressevertreter live vor Ort war und das Geschehen bewerten konnte, konnten wir uns bereits im Vorhinein denken. Immerhin bestach der Großteil der lokalen „Journalisten“ auch in der Vergangenheit nicht gerade durch Qualitätsjournalismus, was die Berichterstattung über unsere Gruppe angeht. Daran haben wir uns gewöhnt und es ist uns mittlerweile herzlich egal, was man sich an Unfug über uns zusammenschreibt.
Doch dass Sie, Herr Neururer, uns als Trainer des VfL Bochum öffentlich als „Vollidioten“ titulieren, ist – um es ganz deutlich zu sagen – eine Frechheit. Wir haben der Mannschaft über Jahre Rückhalt gegeben und etliche Male auf die Ostkurve eingewirkt, es uns gleichzutun und nun kommen Sie daher und beleidigen uns in einer solch peinlichen Stammtischmanier.
Um es auf den Punkt zu bringen: Wir fühlen uns von Ihnen verarscht und angesichts der eingangs beschriebenen Entwicklungen des letzten halben Jahrezehnts kommen wir uns tatsächlich wie Vollidioten vor.
Wir fordern daher eine öffentliche Entschuldigung von Ihnen. Das Wort Entschuldigung ist hier so gemeint, wie es geschrieben steht. Wir akzeptieren keine Relativierung, in der Sie erklären, Sie haben sich nur auf diese Aktion bezogen oder Ähnliches, sondern wir fordern klipp und klar eine öffentliche Entschuldigung ihrerseits bei unserer Gruppe. Nicht mehr und nicht weniger.

Mit blau-weißen Grüßen,

Ultras Bochum 1999

Kommentare:

drikkes hat gesagt…

Wie praktisch. Bei der Titanic könnte Peter sich einen dieser Vorschläge aussuchen.
http://www.titanic-magazin.de/news/powersaetze-fuer-entschuldigungen-6398/

Anonym hat gesagt…

Solche Aktionen wie diese vor dem Hotel sollten des Öfteren abgehalten werden. Trostlose Pressekonferenzen derweilen haben selbst mit einem Peter Neururer beerdigungs Karrakter.Eins steht fest, gegen Aue und gegen Lautern scheint die Mannschaft wie runderneuert. Die Ultras stehen hinter jeden einzelnen Spieler, der sich für den Klub zereißt. Aber anscheinend redet PN lieber mit der Journalisten Elite, alß mit dem Fußvolk.

Anonym hat gesagt…

Die Ultras als Opfer......Ungewohnt. Haben die sich entschuldigt nach all Ihren Aktionen, die dem Verein geschadet haben?? Zahlen die die Strafgelder, die der VfL verhängt bekommt wegen der Rauchbomben, Bengalos etc?

Anonym hat gesagt…

Habt ihr kein Leben, ihr Vollidioten?

Anonym hat gesagt…

Hahaha... ihr seid vollidioten. koksschnüffelnde pupertierende möchtegern ultras den sinn ultras haben die kleinen kinder noch nie begriffen und der capo geht auf die 40 zu und seit jahren lallt er die ein und selbe scheisse rauf und runter ohne mal was neues auszuprobieren das sind allüren wie bei der westfalia herne... ich war gegen den ksc da und von wegen meinungsfreiheit so wie es die ub99 immer wieder betonen diese armen lichter fühlen sich nur im rudel stark und schrecken noch nicht mal von gewalt der eigenen fans geschweige frauen und kinder zurrück das ist nicht mehr zu entschuldigen ich habe mich seit 2010 von den ub99 langsam zurrückgezogen andere stadt neuer job mehr perspektive und ja mehr geld was ich von einigen ub99er nicht behaupten kann ich geh zum vfl seit 30 jahren da waren die meisten koksschnüffler noch nicht mal auf der welt und nach dem was ich heute erlebt habe bin ich dafür die ub1999 aus dem stadion zu verbannen wahre fans sind besser im stimmungmachen wie ein ergrauter damon und grasrauchende und schneeschnupfende vollidioten. SEHT ES EIN IHR HABT DEN SINN ULTRAS VERLOREN...

Anonym hat gesagt…

Es ist doch immer das Gleiche mit den Ultras:
1. Sie schaden dem Verein durch bengalische Feuer, Rauchbombe.
2. Sie zahlen nichts von den Strafen an den Verein zurück, sondern meinen das Ihren Aktionen die Strafen doch ausgleichen.
3. Sie sind beleidigt, wenn man Ihre Aktionen auf das Schärfste verurteilt.

Die Ultras oder Vollidioten sollten einfach Mal ruhig sein und nicht immer meinen, dass nur Ihnen die Mannschaft am Herzen liegt. Sie sollten sich einfach auf gewaltfreien Support während des Spiels beschränken und nicht irgendwelche dumme Aktion starten.

Sie würden damit nicht nur Ihnen sondern auch dem Verein mehr helfen als bisher.

Anonym hat gesagt…

Ultras raus - Stimmung rein!