Samstag, 24. Januar 2015

+++ Bochum freut sich über 1:5 gegen Bayern, eine volle Kasse und tolle Atmosphäre! +++

Selten kann man auf eine 1:5-Niederlage stolz sein. Gestern Abend war das beim VfL Bochum anders. Vor ausverkauften Haus - mit knapp 30.000 Zuschauern - unterlagen die Mannen von der Castroper Straße zwar "standesgemäß" gegen den Rekordmeister Bayern München, erlebten aber auch viele positive Momente.
Da war die 5. Minute, als der Underdog aus der 2. Liga mit einem Traumtor von Danny Latza in Führung ging. Celozzi hatte geflankt, Terodde per Kopf abtropfen lassen und Latza per Volleyschuß dem Welttorhüter Manuel Neuer keine Chance gelassen.
Da war er wieder dieser Moment, den wir schon so lange nicht mehr hatten. Dieses Gefühl aus alten Zeiten als "kleiner" VfL gegen die ganz Großen mithalten zu können. Diese Momente als wir in unserem Schmuckkästchen Bayern, Schalke oder Dortmund gezeigt haben, was wir können. So konnte man gestern Abend 15 Minuten diesen Moment genießen, ehe die Bayern fahrt aufnahmen und am Ende 5:1 gewannen.
Aber: Bis zur ca. 60. Minute hielt der VfL sehr, sehr gut mit. Hatte sogar kurz nach der Pause durch Simon Terodde die große Chance zum Ausgleich. Am Ende ließen die Kräfte und Konzentration nach. Währenddessen feierten Bochumer und Bayern-Fans den Abstieg des BvB in die 2. Liga gleichermaßen. 
So war am Ende das Ergebnis zweitrangig. Sportlich kann man festhalten, das sich der VfL gut verkauft hat. Die Ausrichtung ist unter Gertjan Verbeek eine andere. Die Außenverteidiger stehen ziemlich hoch und greifen früh an. Das führt desöfteren dazu, das Angriffe des Gegners schon früh abgefangen werden, birgt aber auch ein Risiko mit sich.
Sestak in der zentralen Position hinter den Spitzen ist diskussionswürdig, könnte aber klappen. Möglich aber auch das, sich der Slowake im direkten Vergleich mit Terrazino nicht mehr durchsetzen kann und auf der Bank landet.
Finanziell konnte sich der VfL auf rund 400.000 Euro freuen. Ausverkauftes Haus und dazu eine TV-Live-Übertragung, das gab es zuletzt in der Relegation gegen Mönchengladbach. Geld was der Club sehr gut gebrauchen kann. Dazu boomt der Markt mit Bochum-/Bayern Freundschaftsschals. Die Ostkurve und der Gästeblock waren gespickt mit blau-roten Schals. 
Es war also eine Sache mit viel Herz, auch wenn viele gestern dabei gewesen sein mögen, den die Bayern am Arsch vorbeigehen. Als ehemaliger Herausgeber eines Bochum-/Bayern Freundschaftsfanzines sehe ich das natürlich anders, aber das ist halt auch der Vergangenheit geschuldet.
Man kann es den Münchnern und vor allem Hermann Gerland nicht hoch genug anrechnen, das sie zu so einem Spiel mit allen Stars gekommen sind und dafür kein Geld wollten. Als der "Tiger" auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL wegen Uli Hoeneß Tränen weinte, war sicherlich auch eine für den VfL dabei. Mit immer noch gebrochener Stimme erzählte er, wie er bei einem Besuch in Bochum zur ehemaligen Sekretärin Christa Ternow ( jetzt im Ruhestand) sagte, das sie ihn anrufen sollte, wenn es nicht so gut um den VfL aussah. Der Anruf kam , Gerland ging zur Vorstandsetage und bat Rummenigge und Sammer um Hilfe. Diese sagten sofort zu. Da zeigt es sich das der VfL immer noch eine große  Familie ist. Und das ist das schöne daran.
Wir sind also gespannt darauf, ob sich unter Gertjan Verbeek einiges ändern wird. Wünsche haben wir genug: Vielleicht gehen einige davon ja noch in Erfüllung: Hermann Gerland hatte noch einen: Noch einmal gegen den VfL um Punkte spielen .. in der Bundesliga" sagte er den Reportern und wisch sich die letzte Träne weg. 

1 Kommentar:

Christian Schulz hat gesagt…

Das war ein gutes Spiel der Bochumer :) Aus sowelchen Spielen können Erfahrung mitgenommen werden :)