Samstag, 19. September 2015

+++ VfL Bochum kassiert in der Nachspielzeit den Ausgleich, bleibt aber Tabellenführer! +++

Auch einen Tag nach dem hochdramatischen 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf herrscht bei vielen VfL-Fans noch eine enorme Aufgewühltheit, was das Spiel angeht. Halten wir die Fakten einmal fest: Den Ausgleich in der Nachspielzeit zu bekommen, ist immer ärgerlich, aber sieht man sich den Spielverlauf an, kann man mehr als zufrieden mit dem Punkt sein.
Hätte der VfL selbst den Ausgleich in der 92. Minute erzielt, wäre die Stimmung vermutlich euphorisch gewesen. Jetzt sickern aber auch Zweifel und Frust mit. 
So dürfte man die Lage im VfL-Lager vermutlich so sehen: Für die Einen ist das Glas halbvoll, für die Anderen halbleer. 
Tatsache ist aber, daß der Punkt mehr als glücklich gewesen ist. In einem rasanten, temporeichen und sicherlich 1.Liga reifen Spiel, hatte der VfL insgesamt aber das Nachsehen. Denn die Düsseldorfer hatten die besseren Chancen, inklusive 2 Aluminium-Treffern und deutlich mehr Spielanteile. Dem VfL wurde mehr als einmal seine Grenzen aufgezeigt. In der Mitte der ersten und anfangs der zweiten Halbzeit gehörte dem VfL das Spielgeschehen, davor und danach aber, war der Gast am Drücker. Besonders in der zweiten Halbzeit kam von den Gastgebern viel zu wenig nach vorne, um die Vorentscheidung, sprich das 2:0 zu suchen. Haberer und Bulut hatten die Chancen, aber sie waren nicht zwingend genug.
Was fällt uns noch auf? Die Spieler sind scheinbar nach den ersten Wochen des Tempofußballs mit der Kraft schon am Ende. Es kann nicht mehr diese Überlegenheit auf dem Platz geschaffen werden, da die ersten elf physisch nicht mehr bei 100% sind. Das was danach kommt, ist immer noch meilenweit vom Leistungsstand der Stammelf entfernt.
Bestes Beispiel: Wynaldum! Als dieser in der 88. Minute eingewechselt wurde, dachte ich mir als allererstes, das dieser Wechsel für Celozzi eigentlich keine gute Idee ist. Die Düsseldorfer machten viel Druck über seine Seite. Andererseits sagte ich mir, daß man Wynaldum aber zutrauen müsste , 3-4 Minuten eine Top-Leistung abzurufen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Die Schlüsselszene zum Ausgleich begann bei Wynaldum, der wie schon in Sandhausen viel zu weit weg vom Mann stand. In der Situation hatte er zwar zwei Düsseldorfer neben sich, aber er stand viel zu weit weg von seiner eigentlichen Seite, wo ungehindert zum Ausgleich geflankt werden konnte. 
Man ist hin und her gerissen von diesem VfL - fünf Siege und Platz 1, aber auch zwei Unentschieden mit einem Leistungsabfall. Oder anders: 1860, teilweise Sandhausen und jetzt Düsseldorf waren phasenweise mehr oder weniger besser als der VfL. Das kann man besorgt sehen, muß man aber auch nicht.
Die Woche der Wahrheit folgt jetzt: Dienstag in Bielefeld und Freitag gegen Lautern, wieder zwei sehr unbequeme Gegner für den VfL Bochum - leider ! Der FSV Frankfurt und der KSC wären mir lieber gewesen. Aber danach wird man sehen, wohin die Reise geht. Die fünf Siege zu Beginn waren stark, aber vermutlich nicht das Level, was man über die Saison dauerhaft halten kann. 
Verbeek muß die Truppe wieder körperlich fit kriegen, keine Ahnung ob mit mehr Pausen oder noch mehr Kondition. Aber in der jetzigen Verfassung reicht das nicht mal mehr für 70 Minuten. In zu vielen Phasen hatte der VfL im Spiel das Nachsehen. Und Spieler wie Mlapa & Co. müssen endlich mal an Leistung zulegen. Mlapa war gestern wieder wie ein Fremdkörper im Spiel. Schon peinlich, das man nach nicht nur einer Minute gelb sieht. Auch das sorgt nicht dafür, um in der Schlussphase beherzt in die Zweikämpfe gehen zu können. 
Es bleibt abzuwarten, ob der Verlauf in dieser Saison ähnlich der vergangenen Saison verläuft. Dort sorgten die vielen 1:1 und nachfolgender Pleiten zum Abrutsch in der Tabelle. Zwei Remis haben wir jetzt gesammelt. Wohin die Reise für den VfL geht, ist noch offen! Nun ja, weiter nach oben, geht es nicht, aber wünschen wir uns daher, das alles so bleibt!

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